Sonntag, 14. August 2016

Deutscher Buchpreis 2016: Sind dies die Bücher für die Longlist? | #dbp16

In weniger als 10 Tagen ist es soweit: die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016 wird am 23. August bekanntgegeben. In den letzten zwei Jahren habe ich mich vermehrt für Buch-/Literaturpreise interessiert. Welcher Autor bekommt welchen Preis aus welchem Grund? Wo gibt es Überraschungen? Wo waren Entscheidungen von vorneherein abzusehen? Aber zum Beispiel auch: Wo gibt es Parallelen und Unterschiede zum englischen Äquivalent - dem Man Booker Prize (dessen Longlist übrigens bereits am 27. Juli bekanntgegeben wurde).

Da in den letzten Jahren durch die Buchpreisblogger, aber zum Beispiel auch durch die Möglichkeit, die Preisverleihung des Deutschen Buchpreises per Livestream mitzuverfolgen, online mehr Aufmerksamkeit für den DPB geschaffen wurde, möchte ich mich in diesem Jahr daran beteiligen.

Denn zu sagen Habe ich doch gewusst, das dieser/jener Titel es auf die Longlist schaffen würde! ist das eine, diesmal möchte ich meine Liste der potenziellen Kandidaten aber bereits im Vorfeld veröffentlichen. 156 Titel wurden für den Deutschen Buchpreis eingereicht. Ich habe in den letzten Tagen recherchiert, mir viele Klappentexte durchgelesen, einiges bereits selbst zumindest angelesen, und nun 40 Titel herausgesucht, von denen ich denke, sie haben das Potenzial, zu den 20 Büchern der Longlist zu gehören. 

Ich bin gespannt auf eure Kommentare! Wo teilt ihr meine Meinung? Welche Bücher dieser Liste habt ihr bereits gelesen? Welcher Titel fehlt hier in meiner Auswahl? Durch Klick auf die Cover gelangt ihr zu den jeweiligen Webseiten der Verlage. (Die Liste ist alphabetisch nach den Nachnamen der Autoren sortiert).


Welche Bücher dieser Auswahl machen euch auf den ersten Blick/Klick neugierig? Glückskind mit Vater und Vom Ende der Einsamkeit sind die beiden Titel, die ich bisher komplett gelesen habe. Nachts ist es leise im Teheran und Am Ende bleiben die Zedern habe ich bereits daheim. Und einige mehr stehen natürlich ziemlich weit oben auf der Wunschliste....


Die Bildrechte für die Cover liegen bei den Verlagen: 
Aufbau | Berlin Verlag | braumüller | Blessing | C.H. Beck | Diogenes | Droschl | Galiani Berlin | Hanser | Hofmann & Campe | Jung und Jung| Kiepenheuer & Witsch | Knaus | List | Luchterhand | Piper | Rowohlt | Schöffling & Co. | S. Fischer | Suhrkamp | weissbooks.w | Zsolnay

Mittwoch, 3. August 2016

Von Urlaubslektüre, Glückskindern und gefährlichen Genen... | Rückblick auf Juli 2016

Im Juli stand der wohlverdiente Sommerurlaub vor der Tür und zum Glück war die Wahl der Urlaubslektüre diesmal ein Leichtes! (Mehr dazu weiter unten). Ansonsten hat meine Parallellesen-Angewohnheit einen Punkt erreicht, der nicht mehr feierlich ist. Sprich: Will man zu viel gleichzeitig lesen (weil ALLE Klappentexte einfach so toll klingen und so), liest man am Ende eher weniger. Oder gar nichts, an manchen Tagen. Aber ein paar Geschichten habe ich natürlich doch beendet:


Christoph Hein - Glückskind mit Vater
Dieser Deutschlandroman mit über 500 Seiten war wirklich ein Langzeitprojekt für mich. Und dies lag keineswegs am Buch selbst, sondern vielmehr an meiner 'Untrainiertheit' was lange Geschichten angeht. Wann sind denn bitte 500 Seiten zu solch einer magischen Schwelle geworden? Den Roman an sich, über Konstantin Boggosch, der ein Leben lang versucht, sich von der Vergangenheit zu lösen, fand ich sehr lesenswert. Mehr bald in einer Rezension!

Stian Hole - Garmans Geheimnis
Nach dicken Büchern nehme ich gerne Graphic Novels und Bilderbücher zur Hand. Auf Stian Hole bin ich Anfang diesen Jahres durch Morkels Alphabet aufmerksam geworden und wollte mir seinen Stil gern genauer anschauen. In der Stadtbibliothek habe ich nun Garmans Geheimnis entdeckt. Dieses Bilderbuch erzählt auf ganz eigenen Weise von der ersten kindlichen Liebe zwischen Garman und Johanne. Seine Bilder, die sich aus Collagen von Fotos, Zeichnungen und comichaften Elementen und Popkulturreferenzen zusammensetzen, sind auf jeden Fall einen Blick wert - vielleicht aber für manches Kind etwas zu verkopft.

Sophie Jordan - Infernale  (Band 1 / im Hörbuch)
Ich hätte nicht gedacht, dass mir Infernale SO gut gefällt. Doch das Thema ist erschreckend glaubhaft dargestellt und man fiebert von Anfang an mit Davy mit, wie sie mit der extremen Situation umgeht. Die Ausgangsfrage - Liegt es in unseren Genen, ob wir zu Mördern werden? - begleitet einen beim Lesen permanent und es ist beängstigend, wie schnell sich eine Gesellschaft in zwei Klassen aufteilen kann....Die Charaktere waren allesamt gut ausgearbeitet, der Plot ohne Logikfehler, an Emotionalität fehlt es auch nicht.  Die Stimme von Sprecherin Friederike Walke passt perfekt zu Davy passt und sie erzählt mit genau dem richtigen Maß an Einfühlsamkeit.

Carlos Ruiz Zafon - Der Schatten des Windes
Das berühmte Werk von Zafon hatte ich bereits vor drei Jahren schon einmal begonnen. Damals kam ich über die ersten 200 Seiten nicht hinaus. Diesen Sommer nun war ich durch meinen Urlaub in Barcelona - schließlich das Setting des Werkes - neu motiviert, einen zweiten Versuch zu starten. Und ich kann schon jetzt sagen: Mit der passenden Kulisse vor Augen, habe ich viel schneller einen Einstieg in die Geschichte gefunden. Die ersten 100 Seiten las ich im Urlaub, die anderen 450 folgen nun hoffentlich bald.

Robert Seethaler - Der Trafikant
Sehr gerne lese ich Bücher auch mit anderen Bloggern zusammen. Und als Mareike von HERZPOTENTIAL auf Instagram ein Bild vom Trafikanten zeigten, entschlossen wir, diesen gemeinsam zu lesen. Aktuell bin ich bei knapp der Hälfte und ich bin erstaunt, wie leicht es sich doch lesen lässt. (Warum habe ich etwas anderes erwartet?). Am liebsten sind mir aktuell die Dialoge zwischen Franzl und Freud, ich bin gespannt, wie die Geschichte weiter verläuft!

Wie läuft das bei euch? Habt ihr auch die Tendenz zum Parallel-Lesen oder taucht ihr lieber voll und ganz in eine einzige Geschichte ab?


Sonntag, 31. Juli 2016

Das Jahr des Taschenbuchs: Mein Buchkauf im Juli [#jdtb16]


Im Juli stand der Kauf der Urlaubslektüre für Das Jahr des Taschenbuchs auf dem Programm. Und da ich es liebe, Bücher an Orten zu lesen, an denen sie spielen, war es für mich klar, dass ich gern ein Buch kaufen möchte, welches in Spanien bzw. Barcelona spielt. Und ziemlich schnell hat sich bei mir auch herauskristallisiert, welches Buch es werden würde: Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon.



Der unvergessliche Roman eines einzigartigen Erzählers – Carlos Ruiz Zafóns Welterfolg
An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort entdeckt Daniel den Roman eines verschollenen Autors für sich, er heißt ›Der Schatten des Windes‹, und er wird sein Leben verändern …
(Quelle: http://www.fischerverlage.de/buch/der_schatten_des_windes/9783596196159)

Das Witzige ist: Ich habe dieses Buch schon einmal in einer alten Flohmarkt-Ausgabe besessen und vor drei Jahren schon einmal begonnen. Damals hatte ich es bis circa Seite 200 geschafft - und dann irgendwie das Interesse verloren und das Buch sogar weitergegeben...
Nun also mit neuer Ausgabe und passendem Setting ein zweiter Versuch. Und jetzt, nach meinem Urlaub in Barcelona und den erneuten ersten 100 Seiten kann ich sagen, dass jetzt, wo ich Barcelona bildlich vor Augen habe, auch das Lesen viel mehr Spaß macht. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass es genau der richtige Buchkauf für den Juli war! ☺


'Das Jahr des Taschenbuchs' ist eine gemeinsame Aktion von KIELFEDER & DIE LIEBE ZU DEN BÜCHERN, um wieder mehr Aufmerksamkeit und Begeisterung für Taschenbücher zu bewirken. Jeden Monat (im Zeitraum des Jahres 2016) soll mindestens 1 Taschenbuch gekauft und darüber im Blog berichtet werden.


Freitag, 29. Juli 2016

Lieblingsbücher | Meine Halbjahres-Highlights 2016


Kaum zwei, drei Mal gezwinkert und schon ist die erste Hälfte des Jahres 2016 schon wieder passé! Durch einen neuen Job und den damit verbundenen Umzug und Städtewechsel kam ich dieses Jahr bisher noch nicht so viel zum Lesen, wie ich mir das gewünscht hätte, aber drei Favoriten möchte ich euch dennoch sehr gern vorstellen.



Selja Ahava - Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm 

Gleich mit ihrem Debütroman hat die finnische Autorin Selja Ahava eine beeindruckende und außergewöhnliche Geschichte über ein zudem schwieriges Thema vorgelegt: Gedächtnisverlust. Doch mit ihrem ganz eigenen literarischen Ton und Anleihen aus dem magischen Realismus hat die Autorin genau die richtige Darstellungsweise für dieses Thema gefunden und mich auf diese Weise sehr fasziniert. Definitiv das Buch, welches mir bisher dieses Jahr am meisten im Kopf geblieben ist und welches deshalb hier die erste Nennung verdient. MEINE REZENSION



Benedict Wells - Vom Ende der Einsamkeit

Nicht alle sind dem Hype um diesen Roman gefolgt, mir hat er jedoch ungemein gefallen. Sehr (!) melancholisch, sehr nachdenklich stimmend, und dann dreht sich noch alles um die großen Themen des Lebens: Verlust, Einsamkeit, Lebensziele. Sprachlich auf extrem hohem Niveau - jetzt ist er angekommen, der Wells - und zudem mit genauer Beobachtungsgabe reflektiert der Autor anhand dreier Geschwister die Idee des Determinismus. Manchen Lesern gefiel die Charakterzeichnung nicht (zu stereotyp, zu unrealistisch), manchen war die Stimmung zu melancholisch. Aber solang man seine Erwartungen nicht zu sehr an eine hyperrealistische Erzählsituation bindet, sondern Wells' Werk eher als Ideenroman betrachtet, wird einem das Buch mit Sicherheit gefallen. MEINE REZENSION 



Torben Kuhlmann - Lindbergh. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus 

In den letzten beiden Jahren habe ich auch ein großes Faible für Bilderbücher entwickelt. Und eines, an dem man als Leser wohl kaum vorbei kam, ist Lindbergh. In seinem Debüt erzählt Torben Kuhlmann die Geschichte der ersten Atlantiküberquerung durch Charles Lindbergh aus Sicht einer Maus. Und hier stimmt einfach alles: Farbpalette, Details, abwechslungsreiche Blickwinkel, Emotionalität und Erzählton. So viele Bilder aus der Geschichte würde ich mir sofort an die Wand hängen! Das Buch ist empfohlen für Kinder ab 5 Jahren. In diesem Alter sind die geschichtlichen Zusammenhänge wohl noch nicht greifbar. Aber vielleicht ist dies auch das Schöne daran: ein Bilderbuch zum Mitwachsen. 


Habt ihr im ersten Halbjahr von 2016 auch schon ein richtiges Lese-Highlight für euch gefunden? Vielleicht habt ihr ja sogar einen Tipp für mich?! Ich bin gespannt!